Die Zirbe - pinus cembra - Merkmale

Merkmale

Die Zirbe (pinus cembra) gehört zur großen botanischen Familie der Kiefern. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in der subalpinen Stufe der relativ kontinentalen Zentralalpen. Oft ist die Zirbe mit der Lärche, an der unteren Verbreitungsgrenze auch mit der Fichte vergesellschaftet. Die obere Verbreitungsgrenze geht von 2.680 m in den Westalpen bis auf 1.800 m in den Ostalpen zurück. Einzelne niederliegende Exemplare wurden in den italienischen Westalpen bis auf 2.850 m Seehöhe nachgewiesen.
Zirben werden im Durchschnitt 200 bis 400 Jahre alt. Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass freistehende Zirben ein Alter von ca. 1.000 Jahre erreichen können.
Der Wuchs der Zirbe ist stark von den Witterungseinflüssen geprägt. Alte Exemplare sind oft vom Wind zerzaust und durch Blitze und Schneebrüche deformiert. Das Höhenwachstum variiert je nach Standort, wobei Höhen von maximal 30 Meter erreicht werden. Einzelne Exemplare aus dem Radurschltal im Oberinntal sollen sogar bis zu 30 Meter hoch sein. Als maximaler Brusthöhendurchmesser (BHD) werden 1,7 Meter angegeben.

Nadeln

Es sind jeweils fünf Nadeln an einem Kurztrieb, bläulich grün gefärbt und dreikantig mit stumpfer Spitze. Die 4 bis 8 cm langen Nadeln fallen nach 4 bis 6 Jahren vom Trieb ab. Der Streuabbau erfolgt sehr langsam, was zum Aufbau mächtiger Auflagehumusdecken (Rohhumus) in Zirbenwäldern beiträgt.

Blüte und Frucht

Die Mannbarkeit wird im Bestand mit ca. 50 – 80 Jahren erreicht. Alle 6 bis 10 Jahre blühen die Zirben in der Zeit von Mai bis Juli. Im September oder Oktober des Folgejahres sind die Zapfen voll ausgebildet und die Samen reif. Sie sind bis zu 8 mm groß, von einer dicken Schale umgeben und reich an Fett.

Rinde und Wurzel

Die Rinde ist in der Jugend glatt, teilweise glänzend und silbrig- graugrün gefärbt, später graubraun und etwas warzig, im Alter graubraun und rissig.
In der Jugend hat die Zirbe eine Pfahlwurzel, im Alter kommt es jedoch zur Ausbildung eines weitreichenden Senkerwurzelsystems. An den Wurzelspitzen geht die Zirbe eine Symbiose mit Mykorrhizapilzen ein.

Standortsansprüche

Die Zirbe gedeiht am besten auf tiefgründigen, mäßig bindigen, frischen Böden. Am häufigsten kommen Zirben auf extrem sauren und nährstoffarmen Podsolböden vor. Die Zirbe kann sich aufgrund ihrer großen Samen auch ausgezeichnet in sauren Auflagehumusdecken (Rohhumus) verjüngen, wo alle anderen Baumarten Schwierigkeiten bei der Verjüngung haben. Daher ist das Vorkommen der Zirbe auch zumeist an das Vorhandensein von Rohhumus gebunden, der unter anderem in den Randalpen auf Karbonatgesteinen in der subalpinen Stufe vorkommt und hier die Voraussetzung für das (vereinzelte) Vorkommen der Zirbe darstellt.
Die Zirbe ist in der Jugend eine Halbschattbaumart, später wird sie zur Lichtbaumart. Der Rohhumuskeimer ist sehr frosthart – im Winter werden Temperaturen bis -40°C ohne Schaden ertragen. Auch die Wärmeansprüche sind sehr gering – die Jahresmitteltemperaturen im Zirbenareal liegen um 0°C.
Die Zirbe ist empfindlich gegen Frosttrocknis, Kronenbruch durch nassen Frühjahrsschnee, Verbiss- und Fegeschäden. Da sie in der Jugend besonders langsam wüchsig ist, wird sie lange durch den Schneeschimmel bedroht.

Ein Metusalem

Mit einer natürlichen Lebensdauer von bis zu 1.000 Jahren, wird die Zirbe nur noch von der Eibe und Eiche an Jahren übertroffen. Bedenkt man ihren unwirtlichen Lebensraum, ist das ein ganz erstaunlicher Wert, denn nicht selten wird sie von Blitzen, Schnee und Frost bedroht.

Holz

Das Holz der Zirbe hat einen gelbrötlichen Kern und einen schmalen gelblichen Splint; es ist weich, leicht, dauerhaft und gut zu bearbeiten. Die zahlreichen festverwachsenen Äste der Zirbe bedeuten für das Holz keine Qualitätsminderung im Gegensatz zu den anderen Baumarten. Durch die dunklen Äste entsteht eine besonders schöne Zeichnung. Frisch geschlagenes Zirbenholz bewahrt noch Jahrzehnte seinen charakteristischen Duft, den man besonders in Zirbenstuben wahrnimmt.

Eigenschaften von Zirbenholz

Literaturstudie durchgeführt von der HOLZFORSCHUNG AUSTRIA Wien

  • Als Kernholzbaumart weist die Zirbe eine farbliche Unterscheidbarkeit von Splintholz zu Kernholz auf.
  • Der anatomische Aufbau der Holzsubstanz ist sehr gleichmäßig, die Jahrringgrenzen sind gut erkennbar, der Kontrast zwischen Frühholz und Spätholz ist gering.
  • Charakteristisch sind die zahlreichen, festverwachsenen, rotbraunen Äste, die sich glatt schneiden lassen und beim Hobeln nicht reißen.
  • Zirbenholz ist leicht einzuschneiden, zu trocknen und mechanisch gut bearbeitbar und neigt bei der Trocknung nicht zur Rissbildung.
  • Zirbenholz gehört neben dem Lärchenholz zur dauerhaftesten heimischen Nadelholzart.
  • Aufgrund des hohen Gehaltes an Holzinhaltsstoffen weist das Zirbenholz einen angenehmen Geruch auf, der sich über lange Zeit hält.
  • Zirbenholz enthält bis zu 0,5% Pinosylvin. Für diese Substanz ist eine toxische Wirkung gegenüber Schadorganismen (Pilze, Bakterien) nachgewiesen.
  • Die Zirbe ist mit einer mittleren Darrdichte von rund 400 kg/m³ die leichteste heimische Nadelholzart.
  • Zirbenholz weist das geringste Schwindverhalten aller einheimischer Nadelholzarten auf. Die Dimensions- und Formstabilität hat zur Folge, dass Zirbenholz kaum zu Rissbildung und Verdrehung neigt.