Die Zirbenholznutzung ist nachhaltig

Dank der Österreichischen Waldinventur, einer seit vielen Jahrzehnten periodisch durchgeführten Bestandsaufnahme in Österreichs Wäldern, wissen wir sehr gut Bescheid über deren Zustand und Veränderungen. Die Ergebnisse über den letzten Beobachtungszeitraum 2000/2002 liegen seit kurzem auch für Tirol vor und sind topaktuell.

Mehr Zirbenwald
Die Zirbe kommt infolge ihrer Genügsamkeit bezüglich Boden und Klima im oberen Stockwerk unseres Landes vor und bildet in den Zentralalpen oftmals die Waldgrenze. Jene Wälder, in denen sie mit mehr als 10% Anteil vorkommt, machen in Tirol derzeit etwa 29.000 ha aus und sie nehmen zu! Diese Zunahme der Verbreitung erfolgt zum überwiegenden Teil ohne Zutun des Menschen: Der Tannenhäher, auch "Zirbengratsche" genannt, sorgt mit seinen überaus zahlreichen als winterliche Nahrungsvorräte angelegten Samendepots für die Verbreitung der Zirbe. Dieser Vogel hortet nämlich viel mehr Zirbennüsse zum Fressen als er tatsächlich braucht. Darüber hinaus werden jährlich in Tirols Wald etwa 130.000 Jungzirben gepflanzt, die in heimischen Forstgärten herangezogen werden.

Mehr Zirbenholz im Wald
Der im Tiroler Ertragswald stockende Zirbenholzvorrat hat die Menge von etwa 2,6 Mio. Kubikmeter. Von Beobachtungsperiode zu Beobachtungsperiode zeigt der Zirbenvorrat steigende Tendenz, in der letzten Inventurperiode sogar um beachtliche 10%! Einer der Gründe liegt ganz einfach darin, dass der jährliche Holzzuwachs von etwa 41.000 Festmeter bei weitem nicht genutzt wird. Lediglich etwa 7.000 Festmeter (17%) wurden im Durchschnitt der letzten Jahre jährlich geerntet.
 

Zirbenernte macht Sinn
Eine nachhaltige Beerntung des Holzes, bedeutet also überhaupt keine Gefährdung der wertvollen Baumart Zirbe. Ganz im Gegenteil, durch mehr und richtige Nutzung dieser Baumart können alte Waldbestände verjüngt werden. Das ist aus schutzfunktionalen Überlegungen wertvoll und wünschenswert. Die Gemengelage von alten und jungen Waldflächen mit dicken und dünnen Bäumen ist nun einmal stabiler gegen die unterschiedlichsten Einflüsse aus der Natur.

Landesforstdirektor Dr. Hubert Kammerlander

 

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